Im Recycling-Dschungel: Was bedeuten die einzelnen Recyclingsymbole? 

Hand aufs Herz: Wie oft hast du schon mal etwas in den Restmüll geschmissen, was eigentlich recycelt werden könnte? Für Konsumenten kann es mitunter schwierig sein zu erkennen, welche Materialien recycelt werden können, was die ganzen Pfeile auf den Packungen zu bedeuten haben und welche weiteren Regeln beim Recyceln überhaupt gelten. Um Licht in den Recyclingsymbol-Dschungel zu bringen, erklären wir dir hier die wichtigsten Symbole, die du auf den meisten Verpackungen findest. 

 

Das Problem mit dem Kunststoff

Um den Aufwand der Sortierung in den Recyclinghöfen zu verringern, ist die Hilfe der Konsumenten gefragt. Papier, Glas und Metall lassen sich meist relativ einfach sortieren und wiederverwerten. Bei Kunststoffen wird die Sortierung und die Wiederverwertung aber schon komplizierter. Nicht jede Art von Plastik kann recycelt werden, daher ist es wichtig, die verschiedenen Kunststoffarten sorgfältig voneinander zu trennen. Besonders Verbundstoffe wie Getränkekartons oder Einweg-Kaffeebecher mit Plastikbeschichtung stellen die Sortierer vor große Herausforderungen und werden daher meist gemeinsam mit dem Restmüll verbrannt. Ob ein bestimmter Kunststoff recycelt werden kann, lässt sich an der Verpackung anhand verschiedener Recyclingsymbole ablesen. 

 

Der internationale Recyclingcode: Die drei Pfeile

Recycling Icon Recycling Icon
Dieses internationale Symbol kennen wohl die Meisten: Drei Pfeile, die in einem Kreislauf angeordnet sind. Häufig ist in der Mitte des Kreislaufs zusätzlich eine Nummer dargestellt. Diese steht für den Wertstoff, aus dem die Verpackung besteht. Die Society of the Plastics Industry (SPI) legte bereits 1988 die Nummerncodes, das sogenannte SPI resin identification coding system, für verschiedene Kunststoffe fest. Der Code darunter zeigt die den genauen Wertstoff an. Das Symbol mit den drei Pfeilen wird für alle Wertstoffe, also Kunststoffe, Glas, Papier, Verbundstoffe und verschiedene Metalle aber auch für Textilien und Naturstoffe verwendet. Es hilft vor allem den Recyclingunternehmen, die verschiedenen Materialien richtig zu unterscheiden und trägt dadurch zu einem reibungslosen und effizienten Recyclingprozess bei. Auch für Konsumenten, die auf bestimmte Materialien verzichten möchten, sind diese Codes hilfreich. Generell gilt aber: Nicht alle Materialien, die mit diesem Code angegeben werden, lassen sich recyceln! 

Die Codenummern 01 bis 07 stehen für verschiedene Kunststoffe, 20 bis 22 zeigen Pappe und andere Papiermaterialien an, 40 und 41 stehen für Metalle. Auch organische Stoffe haben ihre eigenen Codes: Die Ziffern 50, 51 symbolisieren Holz und Kork, 60 und 61 Baumwolle und Jute. Verschiedenfarbiges Glas trägt die Ziffern 70 bis 72. 

Weitere Ziffern stehen für die einzelnen Verbundstoffe:

 

80: Papier und Pappe/verschiedene Metalle

81: Papier und Pappe/Kunststoff

82: Papier und Pappe/Aluminium

83: Papier und Pappe/Weißblech

84: Papier und Pappe/Kunststoff/Aluminium

85: Papier und Pappe/Kunststoff/Aluminium/Weißblech

90: Kunststoff/Aluminium

91: Kunststoff/Weißblech

92: Kunststoff/verschiedene Metalle

95: Glas/Kunststoff

96: Glas/Aluminium

97: Glas/Weißblech

98: Glas/verschiedene Metalle

 

Der Grüne Punkt

Recycling Ikone Grüner Punkt
Der Grüne Punkt wird vor allem in vielen europäischen Ländern eingesetzt. Oft wird seine Bedeutung von den Verbrauchern allerdings als Kennzeichen dafür, dass ein Wertstoff im dualen System, also im Gelben Sack und in der Gelben Tonne, verwertet werden kann, missverstanden. Der Grüne Punkt ist allerdings kein Garant dafür, dass das Produkt überhaupt recycelt werden kann und am Ende auch recycelt wird. Der Grüne Punkt zeigt lediglich an, dass das produzierende Unternehmen einen finanziellen Beitrag zum dualen System geleistet hat. Für den Verbraucher bedeutet das trotzdem, dass eine Verpackung mit dem Grünen Punkt getrennt in der entsprechenden Sammlung entsorgt werden kann. Zu beachten ist allerdings, dass auch Verpackungen ohne entsprechende Kennzeichnung häufig im Gelben Sack entsorgt werden können. Für zahlreiche Länder ist das Abdrucken des Grünen Punkts seit 2009 nicht mehr verpflichtend – auch weil er bei Konsumenten zu Verwirrung beim Sortiervorgang geführt hat. 

 

Bioplastik: Plastik- oder Biomüll?

Recycling Ikone Biomüll
Für große Verwirrung unter Verbrauchern sorgt der Begriff Bioplastik, das nach der European Bioplastics mit dem oben gezeigten Kompostierbarkeitszeichen gekennzeichnet wird. Unter Bioplastik werden Kunststoffe verstanden, die biologisch abbaubar sind. Dürfen Verpackungen aus Bioplastik also im Biomüll entsorgt werden? Ganz so einfach ist es nicht. Die meisten Biokunststoffe benötigen sehr lange, bis sie vollständig abgebaut sind. Da industrielle Kompostieranlagen in relativ kurzen Zeitabständen kompostieren, sind die Fragmente des Bioplastiks nach dieser Zeit noch zu groß zur Weiterverarbeitung. Bioplastik darf deswegen nicht im Biomüll entsorgt werden. Plastik gehört in den Gelben Sack – auch, wenn es sich um Bioplastik handelt. 

 

Getränkeflaschen: Einweg, Mehrweg oder Pfand? 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Einweg-, Mehrweg- und Pfandflaschen und wie können Sie diese erkennen? Auch hier gibt es hilfreiche Logos, die beim Recyceln helfen. Eines vorneweg: Pfandflaschen sind sie alle – nur die Höhe des Pfands unterscheidet sich. 

 

Einwegflaschen

Recycling Ikone Einwegflaschen

Flaschen und Getränkedosen mit dem Einweg-Logo, können in jedem Geschäft, das Flaschen und Dosen verkauft, unabhängig von der Marke zurückgegeben werden. Einwegflaschen und -dosen werden, wie es der Name schon sagt, nur einmal befüllt. Die Verkaufsstelle sammelt die zurückgegebenen Flaschen und sortiert sie sortenrein bevor sie zum Recyclingunternehmen gegeben werden. Dieses zerkleinert die Flaschen und Dosen und verarbeitet es zu neuen Produkten wie beispielsweise Textilien, Folien oder neuen Flaschen. Häufig findet man das Einweg-Logo auf dünnwandigen PET-Flaschen von Discountern oder auf 1,5-Liter Flaschen. Auf diese Getränkebehälter gibt es immer 25 Cent Pfand, um die Rückgabe-Bereitschaft der Konsumenten zu erhöhen. 

 

Mehrwegflaschen

Recycling Ikone Mehrwegflaschen

Auch Mehrwegflaschen können an ihrer Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Allerdings kann das Geschäft hier bestimmte Marken, die es nicht im Sortiment führt, ausschließen. Mehrwegflaschen tragen nicht zwangsläufig das Mehrweg-Logo, sondern können auch einfach mit ähnlichen Begriffen gekennzeichnet sein. Sowohl PET als auch Glasflaschen können am Mehrweg-System teilnehmen. Diese werden nach der Rückgabe gereinigt und wieder befüllt. Mehrwegflaschen aus Kunststoff werden bis zu 25 Mal wieder befüllt, Glasflaschen sogar bis zu 50 Mal. Das macht Mehrwegflaschen zur ökologischsten Alternative aller Getränkeverpackungen. Die Höhe des Pfands unterscheidet sich hier je nach Flasche und liegt meist zwischen 8 und 15 Cent. Streng genommen handelt es sich beim Mehrweg-System nicht um Recycling, da die benutzten Flaschen nicht als Abfall gelten und aufbereitet, sondern einfach gereinigt und wieder befüllt werden. 

 

Der Blaue Engel: Ein zweites Leben für Papier

Recycling Icone Blauer Engel
Die Herstellung von Papier und Pappe geht mit einem enormen Energie-, Holz-, Wasser- und Chemikalieneinsatz einher. Um die Umwelt zu schützen sollen Sie daher beim Kauf von Papier und Pappe auf den Blauen Engel achten. Dieses Logo zeigt an, dass das Papier aus Altpapier hergestellt wurde. Das spart wertvolle Ressourcen und macht auch optisch mittlerweile keinen nennenswerten Unterschied mehr. 

Papier und Pappe wird in den blauen Altpapiertonnen entsorgt. Schwierig gestaltet sich das Erkennen und die Entsorgung von Verbundstoffen. Generell gilt: Papier, was sich einfach zerreißen lässt und nicht durch Lebensmittelreste verunreinigt ist, gehört in die Papiertonne. Thermopapier, wie es für Kassenzettel oder Backpapier eingesetzt wird, gehört in den Restmüll. Übrigens: Tetrapak ist ein Verbundstoff und gehört somit in die Gelbe Tonne. 

 

Nachhaltiges Holz und Papier vom FSC

Recycling Icone Nachhaltiges Holz und Papier
Der Forest Stewardship Council (FSC) setzt sich seit 1993 für nachhaltige Waldnutzung ein. Die Non-Profit-Organisation ist international tätig und sorgt mit einem länderübergreifenden Standard für die Einhaltung ökologischer und sozialer Rahmenbedingungen in der Forstwirtschaft. Produkte, die das Logo des FSC tragen, bestehen demnach aus Holz oder Papier, das entsprechend der FSC-Regeln erwirtschaftet wurde. 

 

Elektroschrott: Ab in die Tonne? 

Recycling Ikone Elektroschrott

Geräte, die Strom aus der Steckdose oder einer Batterie beziehen, dürfen nicht in den herkömmlichen Mülltonnen entsorgt werden. Darauf weist das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf diesen Geräten hin. Auch Produkte, in denen elektronische oder elektrische Teile fest verbaut sind, zählen zu Elektroschrott. Dieser muss an ausgewiesenen Sammelstellen oder Recyclinghöfen abgegeben werden. So wird sichergestellt, dass wertvolle Innenteile fachgerecht wiederverwertet werden und das Gerät richtig und sicher entsorgt wird. Produkte, die kleiner als 25 cm sind, müssen vom Handel zurückgenommen werden – unabhängig davon, on Sie den Artikel dort gekauft haben oder nicht. Größere Artikel müssen vom Geschäft nur dann zurückgenommen werden, wenn Sie dort einen Artikel der gleichen Art kaufen. Viele Geschäfte nehmen Elektroartikel aber aus Kulanz auch ohne Bedingungen entgegen.

 

Für eine saubere Umwelt: Der Saubermann

Recycle Ikone Saubermann

Auch wenn die genaue Entstehung dieses Symbols nicht mehr nachverfolgt werden kann, ist der „tidyman“ (auf deutsch der Saubermann) wohl auf der ganzen Welt bekannt. Der Sinn des Piktogramms erschließt sich sofort: Verpackungen, die das Symbol tragen, möchten ordnungsgemäß im Abfalleimer entsorgt werden – und nicht in der Natur. Das macht es zwar nicht direkt zu einem Recyclingsymbol, leistet mit seiner unmissverständlichen Botschaft aber trotzdem einen Beitrag zum Sauberhalten der Umwelt. 

 

Was kann nicht recycelt werden?

Obwohl immer noch zu wenig recycelt wird, als eigentlich möglich wäre, gibt es Materialien, die sich nicht zum Recyceln eignen. Dazu gehören zum Beispiel benutzte Papiertaschentücher, Haftnotizen oder ausrangierte Putzlappen. Auch Chipsdosen oder – tüten, Zahnpastatuben und Folien stellen die meisten Recyclinganlagen vor enorme Schwierigkeiten, da sie meistens aus Verbundstoffen bestehen. Die unterschiedlichen Stoffe voneinander zu trennen ist extrem aufwändig und teuer – die thermische Verwertung, also das Verbrennen, dieser Stoffe lohnt sich in diesem Fall eher. Auch Plastik- und Metallartikel, die keine Verpackungen darstellen (zum Beispiel Kugelschreiber oder Zahnbürsten), werden nicht über den Gelben Sack entsorgt. Sie wandern direkt in den Restmüll oder die Wertstofftonne – genauso wie Verpackungen, die mit Essenresten verunreinigt sind. 

 

Besser als Recycling: Müllvermeidung

So gut und wichtig Recycling auch ist – vollständig löst es das Müllproblem auf der Erde nicht. Die Recyclingquote müsste in Zukunft stark ansteigen, während der Verbrauch an Rohstoffen deutlich sinken muss, um wirklich effizient recyceln zu können. Doch dazu muss sich der Konsum von uns allen ändern. An oberster Stelle steht hier viel mehr, Müll von Anfang an zu vermeiden, sodass er gar nicht erst entsorgt oder recycelt werden muss. Besonders auf Materialien und Produkte, die nicht recycelt werden können, sollte so gut es geht verzichtet werden. 

Eines der großen Ziele von EcoNini ist die Müllvermeidung. Deswegen findest du hier eine große Auswahl an nachhaltigen Artikel, die kompostiert oder recycelt werden können – so kannst du dir sicher sein, zu einem sauberen Planeten beizutragen.